Deutsche Anleitungen besser als ihr Ruf
Unlängst war im Internetportal Spiegel-Online ein Beitrag über die Qualität von Gebrauchsanleitungen zu lesen. Der Titel „Herzlichst Gluckwunsch zu sensazionell Modell“ lässt schon erahnen, dass es sich hauptsächlich um Auszüge aus schlecht, aber phantasievoll übersetzten Anleitungen handelt. Entnommen sind die Beispiele für den „Sprachmüll“ dem Buch "Auspack und freu!" von Jürgen H. Hahn.
Eine Ursache für solche mangelhaften Anleitungen sieht der Autor in der „Servicewüste Deutschland“, die sich nach dem Kauf nicht mehr für den Kunden interessiert und ihn mit seinen Problemen allein lässt.
Anleitungen für Billigprodukte schlechter Maßstab
Der Fachverband tekom sieht durch die Veröffentlichung auf Spiegel-Online die Technische Kommunikation in Verruf gebracht. Die Anleitungen deutscher Unternehmen würden auf das Niveau von Billigprodukten herabgestuft. Die tekom weist daher auf die entsprechenden Vorgaben aus Gesetzen, Normen und Richtlinien hin sowie auf die Möglichkeit, anhand von Leitfäden technische Dokumentation nicht nur zu erstellen, sondern auch zu beurteilen.
Dies und die Qualifizierungsmöglichkeiten für Technische Redakteure hätten dazu geführt, dass die Qualität von Gebrauchs- und Betriebsanleitungen sich in den vergangenen Jahren signifikant verbessert habe. Die Hersteller nähmen ihre Verantwortung viel stärker wahr, als es früher der Fall war. Umso bedauerlicher sei es, dass diese Entwicklungen in der Öffentlichkeit nicht erkannt werden und Publikationen immer wieder auf alte Stereotypen zurückfallen.